Themenfeld 4 von 6
Selbstversorgung
Das Themenfeld, das den größten Teil der täglichen Arbeit abbildet – und trotzdem oft in drei Zeilen abgehandelt wird. Hier entscheidet sich, ob der Maßnahmenplan zu dieser Person gehört oder zu irgendeiner.
Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich selbst zu versorgen?
Was in dieses Themenfeld gehört
- Körperpflege – Waschen, Duschen, Baden, Hautzustand, Vorlieben und Gewohnheiten
- Mund- und Zahnpflege – eigene Zähne, Prothese, wer reinigt sie und wie
- Kleiden – An- und Auskleiden, Auswahl der Kleidung, Umgang mit Verschlüssen
- Essen und Trinken – Appetit, Menge, Kostform, Schluckvorgang, Hilfsmittel, Trinkmenge
- Ausscheidung – Toilettengang, Kontinenz, Hilfsmittel, Umgang damit
- Was die Person selbst übernimmt – vollständig, teilweise, nach Anleitung
Was regelmäßig vergessen wird
Die Trinkmenge
Sie wird häufiger vergessen als jede andere Angabe in der SIS und ist zugleich einer der häufigsten Gründe für Verschlechterungen, Stürze und Verwirrtheit. Wie viel trinkt die Person tatsächlich, was trinkt sie gern, wann steht etwas bereit?
Gewohnheiten und Reihenfolge
Ob jemand sich abends statt morgens wäscht, zuerst das Gesicht oder zuerst die Füße, mit Waschlappen oder unter der Dusche – das klingt nach Nebensache und ist der Kern von Individualität. Genau daran erkennt eine Prüferin, ob die Person gefragt wurde.
Zahnprothese
Wird sie getragen, passt sie, wer reinigt sie? Eine schlecht sitzende Prothese erklärt eine Gewichtsabnahme oft besser als jede Diagnose.
Scham und Intimsphäre
Wer bei der Intimpflege nur Frauen zulässt, wer die Tür geschlossen haben will, wem die Situation unangenehm ist: Das gehört dokumentiert, weil es die Versorgung steuert.
Die Ressourcen, wirklich
„Übernahme der Körperpflege" ist fast nie die Wahrheit. Meistens wäscht die Person das Gesicht selbst, hält den Waschlappen, cremt die Arme ein. Genau das gehört hin – auch weil es der Person ihre Würde lässt und weil aktivierende Pflege sonst nicht planbar ist.
Formulierungsbeispiele
Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan
Aus der Beschreibung zu Herrn G. folgt zum Beispiel:
- Zahnarzttermin zur Prothesenanpassung anregen und Angehörige informieren
- Getränk in Reichweite auf den Beistelltisch, bei jedem Kontakt neu auffüllen
- Trinkmenge eine Woche lang protokollieren, danach Bewertung
- Abendliche Zwischenmahlzeit in Absprache anbieten, weiche Kost bevorzugen
- Gewicht wöchentlich, immer freitags vor dem Frühstück
Verbindung zur Risikomatrix
Drei der fünf Bereiche hängen unmittelbar hier: Ernährung über Essmenge, Trinkmenge und Gewichtsverlauf, Inkontinenz über Ausscheidung und Toilettengang, Dekubitus über Hautzustand und Bewegungsverhalten. Wer dieses Themenfeld knapp hält, kann die Matrix eigentlich nicht begründen.
SIS und Maßnahmenplan in einem Durchgang
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Dokuna ansehenDie Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.