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Themenfeld 3 von 6

Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

Das umfangreichste Themenfeld – und dasjenige, in dem am häufigsten nur Diagnosen aufgezählt werden. Eine Diagnoseliste ist aber keine pflegerische Einschätzung. Entscheidend ist, was die Erkrankung im Alltag dieser Person verlangt und wie sie damit zurechtkommt.

Leitfrage (sinngemäß)

Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen umzugehen?

Was in dieses Themenfeld gehört

Was regelmäßig vergessen wird

Schmerz systematisch

„Hat Schmerzen" reicht nicht. Wo, wann, wie stark, wodurch besser, wodurch schlimmer, was nimmt die Person dagegen und hilft es? Und bei eingeschränkter Kommunikation: Woran erkennt das Team, dass Schmerz besteht? Diese Frage wird fast immer übersprungen und fast immer im Fachgespräch gestellt.

Warum Medikamente nicht genommen werden

Wenn die Einnahme unzuverlässig ist, ist der Grund die eigentliche Information: vergessen, Schluckbeschwerden, Nebenwirkungen, Ablehnung, zu viele Tabletten, unleserlicher Plan. Aus jedem Grund folgt eine andere Maßnahme.

Wer was übernimmt

In der ambulanten Pflege teilen sich Person, Angehörige, Pflegedienst und Arztpraxis die Aufgaben. Wenn nicht steht, wer was macht, entstehen genau dort Lücken, wo alle den anderen zuständig glauben – beim Rezept, beim Blutzuckerprotokoll, bei der Wundkontrolle am Wochenende.

Verhalten im Notfall

Was tut die Person bei Unterzucker, bei Atemnot, bei einem Sturz? Weiß sie, wen sie ruft, und kann sie das Telefon erreichen?

Formulierungsbeispiele

Zu dünnDiabetes, Hypertonie, Z. n. Apoplex. Medikamente werden gestellt. TragfähigHerr D. nimmt Tabletten aus dem wöchentlich vom Dienst gestellten Dispenser selbstständig ein. Die Abendgabe vergisst er regelmäßig, wenn er vor dem Fernseher einschläft; der Dispenser steht in der Küche, er hält sich abends im Wohnzimmer auf. Den Zweck seiner Medikamente kann er nicht benennen und äußert, das sei „Sache vom Doktor". Blutzucker misst er morgens selbstständig und notiert die Werte in ein Heft, das er zum Arzttermin mitnimmt.
Zu dünnHat Rückenschmerzen, bekommt Bedarfsmedikation. TragfähigFrau R. beschreibt einen ziehenden Schmerz im unteren Rücken, der beim Aufstehen und nach längerem Sitzen auftritt und auf einer Skala von 0 bis 10 bei etwa 6 liegt, in Ruhe bei 2. Wärme bessert, längeres Stehen verschlechtert. Die verordnete Bedarfsmedikation nimmt sie „nur wenn es gar nicht mehr geht", weil sie Angst vor Abhängigkeit hat. Morgens vor der Körperpflege sind die Schmerzen am stärksten, was die Waschung deutlich erschwert.
Zu dünnBei Demenz Schmerzäußerung nicht möglich. TragfähigFrau L. kann Schmerz sprachlich nicht mehr benennen. Angehörige und Team beobachten übereinstimmend, dass sie bei Schmerz die Stirn runzelt, beim Bewegen des rechten Arms zurückzuckt und leise stöhnt; sie wird dann außerdem abweisend bei der Körperpflege. Nach Gabe der verordneten Bedarfsmedikation lässt sich der rechte Arm nach etwa 30 Minuten ohne Abwehr bewegen. Eine strukturierte Fremdeinschätzung wird eingesetzt.

Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan

Aus der Beschreibung zu Herrn D. folgt zum Beispiel:

Die letzte Zeile ist die wichtigste: Eine Maßnahme kann auch lauten, etwas bewusst nicht zu übernehmen.

Verbindung zur Risikomatrix

Der Bereich Schmerz hat hier seinen Ort. Wer Schmerz in der Matrix ankreuzt, sollte in diesem Themenfeld beschrieben haben, worum es geht und wie er erkannt wird. Über Ernährungszustand, Wundsituation und Ausscheidung wirkt dieses Themenfeld außerdem in Dekubitus, Ernährung und Inkontinenz hinein.

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Die Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.