Themenfeld 3 von 6
Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen
Das umfangreichste Themenfeld – und dasjenige, in dem am häufigsten nur Diagnosen aufgezählt werden. Eine Diagnoseliste ist aber keine pflegerische Einschätzung. Entscheidend ist, was die Erkrankung im Alltag dieser Person verlangt und wie sie damit zurechtkommt.
Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen umzugehen?
Was in dieses Themenfeld gehört
- Medikation – Richten, Einnehmen, Verstehen des Zwecks, Verlässlichkeit
- Pflegerische und ärztliche Maßnahmen – Injektionen, Verbandwechsel, Wundversorgung, Stoma, Katheter, Absaugen, Sauerstoff, Blutzuckermessung
- Termine und Wege – Arztbesuche, Therapien, Fahrten, wer organisiert das
- Symptome und Belastungen – Schmerz, Atemnot, Übelkeit, Juckreiz, Schwindel, Schlafstörungen
- Umgang mit der Erkrankung – Wissen, Akzeptanz, Sorgen, Verhalten in Krisen
Was regelmäßig vergessen wird
Schmerz systematisch
„Hat Schmerzen" reicht nicht. Wo, wann, wie stark, wodurch besser, wodurch schlimmer, was nimmt die Person dagegen und hilft es? Und bei eingeschränkter Kommunikation: Woran erkennt das Team, dass Schmerz besteht? Diese Frage wird fast immer übersprungen und fast immer im Fachgespräch gestellt.
Warum Medikamente nicht genommen werden
Wenn die Einnahme unzuverlässig ist, ist der Grund die eigentliche Information: vergessen, Schluckbeschwerden, Nebenwirkungen, Ablehnung, zu viele Tabletten, unleserlicher Plan. Aus jedem Grund folgt eine andere Maßnahme.
Wer was übernimmt
In der ambulanten Pflege teilen sich Person, Angehörige, Pflegedienst und Arztpraxis die Aufgaben. Wenn nicht steht, wer was macht, entstehen genau dort Lücken, wo alle den anderen zuständig glauben – beim Rezept, beim Blutzuckerprotokoll, bei der Wundkontrolle am Wochenende.
Verhalten im Notfall
Was tut die Person bei Unterzucker, bei Atemnot, bei einem Sturz? Weiß sie, wen sie ruft, und kann sie das Telefon erreichen?
Formulierungsbeispiele
Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan
Aus der Beschreibung zu Herrn D. folgt zum Beispiel:
- Abenddosis separat neben den Fernsehsessel stellen, nicht in die Küche
- Beim Spätkontakt kurze Rückfrage zur Abendgabe, Abweichungen ins Berichteblatt
- Zweck der wichtigsten Medikamente in einfachen Worten erklären und schriftlich hinterlassen
- Blutzuckerheft bleibt in seiner Verantwortung – Ressource ausdrücklich erhalten
Die letzte Zeile ist die wichtigste: Eine Maßnahme kann auch lauten, etwas bewusst nicht zu übernehmen.
Verbindung zur Risikomatrix
Der Bereich Schmerz hat hier seinen Ort. Wer Schmerz in der Matrix ankreuzt, sollte in diesem Themenfeld beschrieben haben, worum es geht und wie er erkannt wird. Über Ernährungszustand, Wundsituation und Ausscheidung wirkt dieses Themenfeld außerdem in Dekubitus, Ernährung und Inkontinenz hinein.
SIS und Maßnahmenplan in einem Durchgang
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Dokuna ansehenDie Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.