SIS-Spickzettel – auf einen Blick

dokuna.de
Eingangsfrage (Eigenwahrnehmung der pflegebedürftigen Person)

„Was bewegt Sie im Augenblick? Was brauchen Sie? Was können wir für Sie tun?“

Die Antwort im Originalton festhalten – nicht in Fachsprache übersetzen.

1

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Inwieweit kann die Person sich im Alltag orientieren, Sachverhalte erfassen und sich mitteilen?

2

Mobilität und Beweglichkeit

Inwieweit kann die Person sich fortbewegen und ihre Körperposition verändern?

3

Krankheitsbezogene Anforderungen und Belastungen

Inwieweit kann die Person mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen umgehen?

4

Selbstversorgung

Inwieweit kann die Person sich selbst versorgen?

5

Leben in sozialen Beziehungen

Inwieweit kann die Person ihren Alltag gestalten und soziale Kontakte pflegen?

6

Haushaltsführung

Inwieweit kann die Person die eigene Haushaltsführung bewältigen? (ambulant; stationär: Wohnen und Häuslichkeit)

Risikomatrix – pflegesensitive Risiken einschätzen

Dekubitus Sturz Inkontinenz Schmerz Ernährung + Sonstiges (z. B. Atmung, Isolation)

Je Risiko ankreuzen: Risiko ja/nein – und ob eine weitergehende Einschätzung nötig ist. Die Einschätzung ergibt sich aus den Themenfeldern, nicht umgekehrt.

Drei Merksätze

Wofür der Spickzettel im Alltag gut ist

Der Zettel ersetzt keine Schulung und keinen SIS-Bogen. Er löst ein anderes Problem: Im Erstgespräch sitzt man einem Menschen gegenüber, hört zu, fragt nach – und soll gleichzeitig im Kopf behalten, welche sechs Bereiche am Ende abgedeckt sein müssen. Genau da geht in der Praxis etwas verloren. Nicht aus Unwissen, sondern weil Zuhören und Strukturieren zwei verschiedene Dinge sind.

Deshalb steht auf dem Blatt bewusst nur das Gerüst: die Eingangsfrage im Originalton, die sechs Leitfragen, die Risiken der Matrix. Kein Formulierungsvorschlag, keine Beispielsätze. Wer beim Gespräch auf vorformulierte Sätze schaut, schreibt am Ende die Sätze auf – und nicht das, was der Mensch gesagt hat.

Drei Situationen, in denen er sich bewährt

Vor dem Erstbesuch. Zwei Minuten auf das Blatt schauen, bevor man klingelt. Das reicht meist, um die sechs Felder präsent zu haben, ohne sie abzuhaken. Wer die Leitfragen im Kopf hat, kann das Gespräch laufen lassen und merkt trotzdem, wenn ein Bereich noch gar nicht vorkam.

Beim Einarbeiten neuer Kolleginnen und Kollegen. Das Strukturmodell ist schnell erklärt, aber schwer zu behalten. Ein einzelnes Blatt, das man in die Kitteltasche steckt, trägt weiter als eine Schulungsmappe im Regal. Besonders für Fachkräfte, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, ist die Reduktion auf die Leitfrage eine echte Hilfe – sie müssen sich die Frage nicht erst übersetzen.

Als Vorbereitung auf die Prüfung. Seit der neuen QPR zählt das Fachgespräch mit den Mitarbeitenden ausdrücklich als eigene Informationsquelle: Die fachlich schlüssige mündliche Darstellung hat laut Richtlinie einen ebenso hohen Stellenwert wie die schriftliche Dokumentation. Wer die sechs Themenfelder sicher im Kopf hat, kann eine Versorgung erklären – und steht damit besser da als jemand, der nur den Ordner kennt. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im Ratgeber zur QPR ambulant 2026.

Was der Zettel bewusst nicht leistet

Er nimmt Ihnen die fachliche Einschätzung nicht ab. Die Risikomatrix etwa besteht aus begründeten Ja-Nein-Entscheidungen, nicht aus angekreuzten Kästchen – die Begründung dafür entsteht aus den Themenfeldern, nicht aus der Matrix selbst. Wie das zusammenhängt, erklärt der Ratgeber zur Risikomatrix.

Ebenso wenig ersetzt er den Abgleich am Ende: die Prüfung, ob das, was in den Themenfeldern steht, sich in den Risiken und später im Maßnahmenplan wiederfindet. Dieser Schritt entscheidet über die Prüfungstauglichkeit und ist in der Anleitung zum Ausfüllen Schritt für Schritt beschrieben.

Und er ist kein Ersatz für den Bogen selbst. Den Original-SIS®-Bogen zum Ausdrucken finden Sie unter SIS-Bogen & Vorlagen, die ausformulierten Beispiele für alle sechs Themenfelder in den SIS-Formulierungshilfen.

Ausdrucken und aufhängen

Das Blatt ist für A4 gesetzt und druckt ohne Navigation und ohne Farbflächen, die Toner kosten. In vielen Diensten hängt es im Dienstzimmer neben dem Dienstplan – dort, wo ohnehin alle täglich hinschauen. Praktikabler als die Mappe, die niemand aufschlägt.

Vom Spickzettel zur fertigen Doku

Die Leitfragen im Kopf zu haben ist das eine – sie am Abend in tragfähige Sätze zu bringen das andere. Dokuna führt Ihre Pflegefachkräfte durch dieselben sechs Themenfelder und erstellt daraus direkt die komplette Maßnahmenplanung. 100 % offline, die Fachkraft prüft und gibt frei.

Dokuna ansehen

Worauf es bei der Auswahl ankommt: Kriterien für SIS-Software.

← Zurück zu den SIS-Formulierungshilfen