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Themenfeld 2 von 6

Mobilität und Beweglichkeit

Das Themenfeld, bei dem am häufigsten „kann" und „tut" verwechselt werden. Jemand kann die Treppe schaffen – geht sie aber seit dem Sturz im Frühjahr nicht mehr. Beides gehört in die SIS, und nur zusammen ergeben sie eine sinnvolle Planung.

Leitfrage

Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich fortzubewegen und ihre Körperposition zu verändern?

Was in dieses Themenfeld gehört

Was regelmäßig vergessen wird

Sturzangst als eigenes Thema

Angst vor dem Fallen führt zu Bewegungsvermeidung, Bewegungsvermeidung zu Kraftverlust, Kraftverlust zu echtem Sturzrisiko. Wer nur die körperliche Fähigkeit beschreibt, übersieht den Kreislauf, der die Verschlechterung antreibt – und verpasst den wirksamsten Ansatzpunkt.

Die Umgebung

In der ambulanten Pflege ist die Wohnung Teil des Befundes. Hochflorteppich im Flur, Türschwellen, fehlendes Licht auf dem Weg zur Toilette, Wäschekorb im Gang: Das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern die häufigsten Sturzursachen. Auch das Schuhwerk gehört dazu.

Tagesform und Zeitpunkt

Nachts zur Toilette ist etwas völlig anderes als vormittags durch das Wohnzimmer. Wenn die SIS nur den Vormittag beschreibt, plant der Maßnahmenplan an der gefährlichsten Zeit vorbei.

Was die Person selbst noch macht

Steht sie selbstständig auf, wenn niemand da ist? Diese Frage entscheidet über die halbe Planung – und wird selten gestellt.

Formulierungsbeispiele

Zu dünnSturzgefahr, Rollator vorhanden. TragfähigFrau S. steht vom Bett selbstständig auf und geht in der Wohnung am Rollator sicher. Beim Aufstehen aus dem tiefen Sessel im Wohnzimmer benötigt sie Anschub und stützt sich an der Sessellehne ab, die dabei nachgibt. Nachts geht sie ohne Rollator zur Toilette, weil dieser im Flur zu laut sei; der Weg ist unbeleuchtet und führt über einen losen Läufer. Letzter Sturz vor vier Wochen nachts im Flur, ohne Verletzung. Frau S. hat den Sturz zunächst nicht erwähnt, „weil ja nichts passiert ist".
Zu dünnGeht kaum noch raus. TragfähigHerr B. bewältigt die vier Stufen zur Haustür mit Festhalten am Geländer und einer Pause, körperlich also weiterhin. Er verlässt die Wohnung dennoch seit etwa drei Monaten nicht mehr allein und begründet dies damit, dass er sich draußen unsicher fühle und niemanden zum Festhalten habe. Zum Arzt fährt ihn sein Neffe. Er äußert den Wunsch, wieder zum Kiosk an der Ecke gehen zu können.
Zu dünnBettlägerig, wird gelagert. TragfähigHerr T. verbringt den Tag überwiegend im Pflegebett. Er dreht sich mit Unterstützung einer Person auf die Seite und hält die Seitenlage etwa 20 Minuten, danach rutscht er zurück in Rückenlage. Ein Aufsetzen an die Bettkante gelingt mit Anleitung und Unterstützung von zwei Personen; er hält die Sitzposition dann rund fünf Minuten, gestützt. Angehörige berichten, dass er nachmittags belastbarer ist als morgens.

Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan

Aus der Beschreibung zu Frau S. folgt zum Beispiel:

Verbindung zur Risikomatrix

Hier hängt das Feld Sturz unmittelbar dran. Wenn Sie in der Matrix Sturz ankreuzen, muss dieses Themenfeld die Begründung liefern – und der Maßnahmenplan die Konsequenz. Der umgekehrte Fall ist genauso auffällig: eine ausführliche Beschreibung von Gangunsicherheit und Sturzereignissen, aber in der Matrix kein Kreuz.

Auch Dekubitus hat hier seine Wurzel: Wer die Position nicht selbst verändern kann, ist gefährdet. Die Angabe, wie lange eine Position gehalten wird und was danach passiert, ist dafür die entscheidende Information.

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Die Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.