Themenfeld 2 von 6
Mobilität und Beweglichkeit
Das Themenfeld, bei dem am häufigsten „kann" und „tut" verwechselt werden. Jemand kann die Treppe schaffen – geht sie aber seit dem Sturz im Frühjahr nicht mehr. Beides gehört in die SIS, und nur zusammen ergeben sie eine sinnvolle Planung.
Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich fortzubewegen und ihre Körperposition zu verändern?
Was in dieses Themenfeld gehört
- Positionswechsel im Bett – Drehen, Aufsetzen, Halten einer stabilen Sitzposition
- Transfer – vom Bett in den Stuhl, auf die Toilette, ins Auto
- Fortbewegung in der Wohnung – frei, an Möbeln, mit Hilfsmittel, mit Begleitung
- Treppen und Verlassen der Wohnung – auch die Frage, ob es überhaupt noch geschieht
- Hilfsmittel – Rollator, Gehstock, Rollstuhl, Haltegriffe: vorhanden, passend, tatsächlich genutzt
- Gangbild und Standsicherheit – Schrittlänge, Schwanken, Richtungswechsel, Ermüdung
- Stürze – vergangene Ereignisse, Umstände, Folgen, Sturzangst
Was regelmäßig vergessen wird
Sturzangst als eigenes Thema
Angst vor dem Fallen führt zu Bewegungsvermeidung, Bewegungsvermeidung zu Kraftverlust, Kraftverlust zu echtem Sturzrisiko. Wer nur die körperliche Fähigkeit beschreibt, übersieht den Kreislauf, der die Verschlechterung antreibt – und verpasst den wirksamsten Ansatzpunkt.
Die Umgebung
In der ambulanten Pflege ist die Wohnung Teil des Befundes. Hochflorteppich im Flur, Türschwellen, fehlendes Licht auf dem Weg zur Toilette, Wäschekorb im Gang: Das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern die häufigsten Sturzursachen. Auch das Schuhwerk gehört dazu.
Tagesform und Zeitpunkt
Nachts zur Toilette ist etwas völlig anderes als vormittags durch das Wohnzimmer. Wenn die SIS nur den Vormittag beschreibt, plant der Maßnahmenplan an der gefährlichsten Zeit vorbei.
Was die Person selbst noch macht
Steht sie selbstständig auf, wenn niemand da ist? Diese Frage entscheidet über die halbe Planung – und wird selten gestellt.
Formulierungsbeispiele
Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan
Aus der Beschreibung zu Frau S. folgt zum Beispiel:
- Nachtweg zur Toilette prüfen: Läufer entfernen, Bewegungsmelder-Licht im Flur anregen
- Rollator nachts griffbereit am Bett, Rollen und Bremsen bei jedem Einsatz prüfen
- Sessel mit Aufstehhilfe oder festerer Sitzfläche besprechen
- Stürze aktiv erfragen, nicht auf Erwähnung warten – bei jedem Kontakt kurze Nachfrage
Verbindung zur Risikomatrix
Hier hängt das Feld Sturz unmittelbar dran. Wenn Sie in der Matrix Sturz ankreuzen, muss dieses Themenfeld die Begründung liefern – und der Maßnahmenplan die Konsequenz. Der umgekehrte Fall ist genauso auffällig: eine ausführliche Beschreibung von Gangunsicherheit und Sturzereignissen, aber in der Matrix kein Kreuz.
Auch Dekubitus hat hier seine Wurzel: Wer die Position nicht selbst verändern kann, ist gefährdet. Die Angabe, wie lange eine Position gehalten wird und was danach passiert, ist dafür die entscheidende Information.
SIS und Maßnahmenplan in einem Durchgang
Dokuna führt Ihre Pflegefachkräfte durch alle sechs Themenfelder und erstellt daraus direkt die komplette Maßnahmenplanung – individuell, konsistent und 100 % offline. Die Fachkraft prüft und gibt frei.
Dokuna ansehenDie Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.