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Themenfeld 1 von 6

Kognition und Kommunikation

Das erste Themenfeld entscheidet mit darüber, wie alle folgenden zu lesen sind. Wer nicht versteht, was von ihm erwartet wird, kann bei der Körperpflege nicht mitwirken – das ist dann kein Problem der Selbstversorgung, sondern eines der Kommunikation.

Leitfrage

Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich in ihrem Alltag zu orientieren, Sachverhalte zu erfassen und sich mitzuteilen?

Was in dieses Themenfeld gehört

Was regelmäßig vergessen wird

Hilfsmittel getrennt von der Fähigkeit betrachten

„Hört schlecht" ist etwas anderes als „hört mit Hörgerät gut, trägt es aber selten". Aus dem einen folgt eine Kommunikationsanpassung, aus dem anderen eine Maßnahme zur Hilfsmittelnutzung. Die Prüfung fragt genau danach.

Tagesschwankungen

Viele Menschen sind morgens klarer als abends, ausgeruht anders als nach einer unruhigen Nacht. Wenn das nicht dokumentiert ist, wundert sich der nächste Dienst über eine Einschätzung, die er so nicht wiederfindet.

Die Muttersprache

Wenn Deutsch nicht die Erstsprache ist, kann Verständigung im Alter oder bei einer Demenz auf die Muttersprache zurückfallen. Das gehört hierher, ebenso wie die Frage, wer übersetzt und ob das dauerhaft tragfähig ist.

Die Ressourcen

Was funktioniert noch zuverlässig? Ein Mensch, der zeitlich desorientiert ist, aber jeden Handgriff seiner Küche kennt, braucht andere Unterstützung als jemand, bei dem beides wegbricht.

Formulierungsbeispiele

Zu dünnKlient ist verwirrt und vergesslich. TragfähigHerr M. ist zur Person sicher orientiert, zeitlich und örtlich unsicher. Er erkennt seine Tochter und die Mitarbeitenden des Dienstes zuverlässig, fragt jedoch mehrmals täglich nach Wochentag und Datum. Auf ruhige Ansprache mit jeweils einer Aufforderung reagiert er sicher; werden mehrere Dinge gleichzeitig angesprochen, wendet er sich ab und antwortet nicht mehr. Absprachen vom Vortag sind ihm nicht erinnerlich, schriftliche Notizen am Küchentisch nutzt er von sich aus.
Zu dünnHört schlecht, Hörgerät vorhanden. TragfähigFrau K. trägt beidseits Hörgeräte und setzt diese morgens selbstständig ein; Batteriewechsel übernimmt die Nachbarin. Mit Hörgeräten ist ein normales Gespräch möglich. Ohne Hörgeräte gelingt Verständigung nur bei deutlicher, langsamer Ansprache im Blickfeld. Frau K. äußert selbst, dass ihr Gespräche mit mehreren Personen anstrengend seien und sie sich dann zurückziehe.
Zu dünnSpricht wenig Deutsch. TragfähigFrau A. spricht Türkisch als Muttersprache und verfügt über Alltagsdeutsch. Pflegerische Erklärungen versteht sie sicher, wenn sie kurz gehalten und mit Gesten begleitet werden; bei Fragen zu Medikamenten übersetzt ihr Sohn, der werktags nachmittags erreichbar ist. Sie äußert, dass sie ungern nachfragt, wenn sie etwas nicht verstanden hat – Rückversicherung durch Wiederholen in eigenen Worten ist deshalb vereinbart.

Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan

Aus der Beschreibung zu Herrn M. folgt zum Beispiel:

Jede dieser Maßnahmen lässt sich auf einen Satz in der SIS zurückführen. Genau das ist der Zusammenhang, den ein Fachgespräch abklopft.

Verbindung zur Risikomatrix

Kognition und Kommunikation haben kein eigenes Feld in der Risikomatrix, wirken aber in fast alle hinein. Wer eine Aufforderung nicht umsetzen kann, ist sturzgefährdeter. Wer Durst nicht mehr äußert, ist ernährungsgefährdet. Wer Schmerz nicht mehr benennen kann, braucht eine Fremdeinschätzung. Wenn Sie in der Matrix ein Risiko ankreuzen, sollte hier stehen, warum.

SIS und Maßnahmenplan in einem Durchgang

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Die Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.