Themenfeld 1 von 6
Kognition und Kommunikation
Das erste Themenfeld entscheidet mit darüber, wie alle folgenden zu lesen sind. Wer nicht versteht, was von ihm erwartet wird, kann bei der Körperpflege nicht mitwirken – das ist dann kein Problem der Selbstversorgung, sondern eines der Kommunikation.
Inwieweit ist die pflegebedürftige Person in der Lage, sich in ihrem Alltag zu orientieren, Sachverhalte zu erfassen und sich mitzuteilen?
Was in dieses Themenfeld gehört
- Orientierung – zur Person, zum Ort, zur Zeit, zur Situation
- Gedächtnis – Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, Erinnern an Absprachen und Termine
- Erkennen – von vertrauten Personen, von Gegenständen und deren Gebrauch
- Verstehen und Entscheiden – Aufforderungen erfassen, Risiken einschätzen, Entscheidungen im Alltag treffen
- Sich mitteilen – Sprechen, Wortfindung, Schriftsprache, nonverbale Äußerungen, Sprachbarrieren
- Sinne – Sehen und Hören einschließlich der Hilfsmittel und ihrer tatsächlichen Nutzung
Was regelmäßig vergessen wird
Hilfsmittel getrennt von der Fähigkeit betrachten
„Hört schlecht" ist etwas anderes als „hört mit Hörgerät gut, trägt es aber selten". Aus dem einen folgt eine Kommunikationsanpassung, aus dem anderen eine Maßnahme zur Hilfsmittelnutzung. Die Prüfung fragt genau danach.
Tagesschwankungen
Viele Menschen sind morgens klarer als abends, ausgeruht anders als nach einer unruhigen Nacht. Wenn das nicht dokumentiert ist, wundert sich der nächste Dienst über eine Einschätzung, die er so nicht wiederfindet.
Die Muttersprache
Wenn Deutsch nicht die Erstsprache ist, kann Verständigung im Alter oder bei einer Demenz auf die Muttersprache zurückfallen. Das gehört hierher, ebenso wie die Frage, wer übersetzt und ob das dauerhaft tragfähig ist.
Die Ressourcen
Was funktioniert noch zuverlässig? Ein Mensch, der zeitlich desorientiert ist, aber jeden Handgriff seiner Küche kennt, braucht andere Unterstützung als jemand, bei dem beides wegbricht.
Formulierungsbeispiele
Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan
Aus der Beschreibung zu Herrn M. folgt zum Beispiel:
- Ansprache im Blickfeld, kurze Sätze, jeweils nur eine Aufforderung
- Kalenderblatt mit Wochentag und Datum bleibt am Küchentisch, wird täglich beim Frühdienst gewechselt
- Absprachen werden schriftlich hinterlassen, nicht nur mündlich getroffen
- Bei Terminen wird die Tochter parallel informiert
Jede dieser Maßnahmen lässt sich auf einen Satz in der SIS zurückführen. Genau das ist der Zusammenhang, den ein Fachgespräch abklopft.
Verbindung zur Risikomatrix
Kognition und Kommunikation haben kein eigenes Feld in der Risikomatrix, wirken aber in fast alle hinein. Wer eine Aufforderung nicht umsetzen kann, ist sturzgefährdeter. Wer Durst nicht mehr äußert, ist ernährungsgefährdet. Wer Schmerz nicht mehr benennen kann, braucht eine Fremdeinschätzung. Wenn Sie in der Matrix ein Risiko ankreuzen, sollte hier stehen, warum.
SIS und Maßnahmenplan in einem Durchgang
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Dokuna ansehenDie Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.