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Ratgeber Pflegedokumentation

Maßnahmenplan kurz oder ausführlich: der Vergleich mit Beispiel

Von Jonas Jahrke · Stand: 12. Oktober 2026

Wie ausführlich muss ein Maßnahmenplan sein? Die Antwort hängt davon ab, ob Ihr Pflegedienst Verfahrensanleitungen für die Routine hat. Hier sehen Sie denselben Fall zweimal: einmal im kurzen Stil mit Verweis auf die Verfahrensanleitungen, einmal im ausführlichen Stil, der jeden Handgriff selbst beschreibt.

Die kurze Antwort

Gibt es im Dienst Verfahrensanleitungen für die Routine, darf der Maßnahmenplan darauf verweisen und nur das Individuelle nennen. Ohne Verfahrensanleitungen muss der Ablauf im Plan selbst stehen. Beides ist richtig, solange der Plan zur Person passt.

Was die EinSTEP-Unterlagen sagen

Der Maßnahmenplan soll laut den EinSTEP-Schulungsunterlagen 3.1 „kurz und knapp entlang der Tagesstruktur“ die wesentlichen Informationen enthalten. Für Routinemaßnahmen gilt: Liegen intern Verfahrensanweisungen vor, „kann darauf verwiesen werden“. Im Maßnahmenplan steht dann, wie im Einzelfall davon abgewichen wird.

Das Anforderungsprofil 3.0/3.1 verlangt deshalb von jeder Software, dass der Pflegedienst Verfahrensanweisungen hinterlegen kann (Nr. 24). Die Verfahrensanweisungen müssen den Mitarbeitenden bekannt sein und zum Nachlesen bereitstehen.

Derselbe Fall in beiden Stilen

Erika Beispiel (erfunden), 82 Jahre, geht am Rollator, wäscht Gesicht, Brust, Arme, Bauch und Intimbereich selbst, kann sich wegen Knieschmerzen nicht bücken und trägt Kompressionsstrümpfe. Die Texte unten hat Dokuna aus derselben SIS erzeugt, einmal im kurzen und einmal im ausführlichen Stil. Gekürzt ist nichts.

Abends · 19:00–19:15 Uhr · täglich

Die Pflegekraft entnimmt den Schlüssel aus dem Schlüsseltresor und öffnet die Tür. Die Pflegekraft betritt die Wohnung, begrüßt Frau Beispiel und erfragt das aktuelle Wohlbefinden.

Die Pflegekraft desinfiziert sich die Hände und zieht Einmalhandschuhe an. Die Pflegekraft zieht die Kompressionsstrümpfe aus und kontrolliert die Haut auf Druckstellen, Rötungen und Einschnürungen. Die Pflegekraft cremt Füße und Beine mit einem Hautpflegeprodukt ein. Die Pflegekraft zieht die Handschuhe aus und desinfiziert sich die Hände erneut.

Die Pflegekraft dokumentiert die durchgeführten Leistungen, verabschiedet sich von Frau Beispiel und verlässt die Wohnung.

Kurz · mit QMAusführlich

Den Kreis nach links oder rechts ziehen. Mit der Tastatur: Pfeiltasten. Links der kurze Plan, rechts der ausführliche, beide für denselben Einsatz.

Grundbotschaft (schreibt die Fachkraft selbst, in beiden Stilen gleich)Frau Beispiel legt großen Wert auf Selbstständigkeit. Bitte nur dort helfen, wo sie es nicht selbst schafft. Bitte Zeit lassen. Der Rollator steht immer griffbereit. Wege bitte frei halten.

Abends: Kompressionsstrümpfe ausziehen

Tage: täglich

Kurz · mit Verfahrensanleitungen

Die Pflegekraft zieht die Kompressionsstrümpfe aus. Die Pflegekraft cremt Füße und Beine mit einem Hautpflegeprodukt ein.

Ausführlich · ohne Verfahrensanleitungen

Die Pflegekraft entnimmt den Schlüssel aus dem Schlüsseltresor und öffnet die Tür. Die Pflegekraft betritt die Wohnung, begrüßt Frau Beispiel und erfragt das aktuelle Wohlbefinden.

Die Pflegekraft desinfiziert sich die Hände und zieht Einmalhandschuhe an. Die Pflegekraft zieht die Kompressionsstrümpfe aus und kontrolliert die Haut auf Druckstellen, Rötungen und Einschnürungen. Die Pflegekraft cremt Füße und Beine mit einem Hautpflegeprodukt ein. Die Pflegekraft zieht die Handschuhe aus und desinfiziert sich die Hände erneut.

Die Pflegekraft dokumentiert die durchgeführten Leistungen, verabschiedet sich von Frau Beispiel und verlässt die Wohnung.

Unter dem kurzen Plan steht im Ausdruck zusätzlich: „Routinehandlungen nach den Verfahrensanleitungen des Pflegedienstes (QM-Ordner).“

Die Unterschiede auf einen Blick

 KurzAusführlich
Was im Plan stehtNur das Individuelle: Ort, Hilfsmittel, was die Person selbst macht, worauf zu achten istJeder Handgriff: Begrüßung, Hygiene, Reihenfolge, Abschluss
RoutineSteht in den Verfahrensanleitungen (QM-Ordner), der Plan verweist daraufSteht im Plan selbst
VoraussetzungVerfahrensanleitungen liegen vor und sind dem Team bekanntKeine
LängeEin paar Sätze je EinsatzEin Absatz und mehr je Einsatz
Gut fürDienste mit QM-Handbuch, erfahrene TeamsDienste ohne passende Verfahrensanleitungen, neue Mitarbeitende, Einarbeitung
In Dokuna„QM passt: Ja“, empfohlen„QM passt: Nein“

Welcher Stil passt zu Ihrem Dienst?

So macht es Dokuna

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen kurzem und ausführlichem Maßnahmenplan?

Der kurze Plan nennt nur, was bei dieser Person anders ist als in den Verfahrensanleitungen des Pflegedienstes. Die Routine steht dort. Der ausführliche Plan beschreibt jeden Handgriff selbst, von der Händedesinfektion bis zur Reihenfolge beim Waschen.

Ist ein kurzer Maßnahmenplan erlaubt?

Ja. Laut den EinSTEP-Schulungsunterlagen 3.1 kann für Routinemaßnahmen auf interne Verfahrensanweisungen verwiesen werden. Der Maßnahmenplan beschreibt dann, wo im Einzelfall davon abgewichen wird. Voraussetzung ist, dass die Verfahrensanweisungen vorliegen und den Mitarbeitenden bekannt sind.

Ist ein ausführlicher Maßnahmenplan ein Fehler?

Nein. Das Strukturmodell wünscht einen knappen Plan. Hat ein Dienst aber keine passenden Verfahrensanleitungen, muss der Ablauf im Plan selbst stehen. Dafür ist der ausführliche Stil gedacht. Wichtig ist in beiden Stilen, dass der Plan individuell ist und zur tatsächlichen Versorgung passt.

Was brauche ich für den kurzen Plan?

Verfahrensanleitungen für die Routine, zum Beispiel Körperpflege, An- und Auskleiden oder Medikamente richten. Sie können eigene nutzen oder das Dokuna-QM-Paket als Word-Datei übernehmen und an Ihren Dienst anpassen.

Kann ich den Stil später wechseln?

Ja. In Dokuna wählt die Leitung den Stil beim Einrichten und kann ihn jederzeit im Konto unter „QM und Maßnahmenplan“ ändern.

Vertiefung

Beide Stile aus einer SIS

Dokuna erstellt den Maßnahmenplan direkt aus der SIS, kurz oder ausführlich. Die Fachkraft prüft und gibt frei. Die Klientendaten bleiben bei Ihnen.

Dokuna ansehen

Software im Vergleich: SIS-Software für ambulante Pflegedienste.

Quellen: Projektbüro EinSTEP: Informations- und Schulungsunterlagen 3.1, Februar 2026, Abschnitt 2.2.2 „Grundsätze zur Erstellung des Maßnahmenplans“ · Anforderungsprofil für die Abbildung des Strukturmodells in Dokumentationssystemen, Version 3.0/3.1, Mai 2026, Nr. 24

Der Fall ist frei erfunden. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall und keine Vorgaben Ihres Qualitätsmanagements.