Themenfeld 6 von 6
Haushaltsführung
Das Themenfeld, das die ambulante Pflege von der stationären unterscheidet. In der stationären Fassung geht es an dieser Stelle um Wohnen und Häuslichkeit – ambulant steht hier die Haushaltsführung, und das aus gutem Grund: In der eigenen Wohnung entscheidet sie darüber, ob die Versorgung zu Hause trägt.
Inwieweit kann die pflegebedürftige Person die eigene Haushaltsführung bewältigen?
Was in dieses Themenfeld gehört
- Einkauf – des täglichen Bedarfs: wer, wie oft, auf welchem Weg
- Mahlzeiten – Zubereitung, Vorräte, Umgang mit Herd und Kühlschrank, Essen auf Rädern
- Reinigung und Aufräumen – Wohnung, Bad, Küche
- Wäschepflege – Waschen, Trocknen, Wechseln der Bettwäsche
- Finanzielle und behördliche Angelegenheiten – Rechnungen, Anträge, Vollmachten, Betreuung
- Wohnsituation – Zugang, Barrieren, Beleuchtung, Heizung, Sicherheit
Was regelmäßig vergessen wird
Wer es tatsächlich macht
„Haushalt wird von Angehörigen erledigt" verschweigt das Wesentliche: von wem, wie oft, wie lange noch. Fällt diese Person aus, bricht die häusliche Versorgung zusammen – und das ist eine Information, die in die Planung gehört.
Die Wohnung als Risikofaktor
Türschwellen, lose Teppiche, fehlendes Licht, ein Bad im Halbgeschoss, gestapelte Kartons im Flur. In der ambulanten Pflege ist die Umgebung nicht Kulisse, sondern Teil des pflegerischen Befundes. Diese Beobachtungen gehören hierher – und in Themenfeld 2, wenn sie das Sturzrisiko betreffen.
Der Herd
Bei nachlassender Kognition ist der Herd das konkreteste Sicherheitsthema in der Wohnung. Angebrannte Töpfe, vergessene Herdplatten, ein Wasserkocher ohne Abschaltung – wer das beobachtet, muss es dokumentieren und ansprechen.
Überforderung sichtbar machen, ohne zu urteilen
Zunehmende Unordnung, ungeöffnete Post, verdorbene Lebensmittel im Kühlschrank sind Befunde, keine Charakterfragen. Sie beschreiben, nicht bewerten – und sie sind oft die frühesten sichtbaren Zeichen einer Verschlechterung.
Was die Person selbst weiterführt
Wer die Wäsche noch zusammenlegt oder den Einkaufszettel schreibt, tut etwas für sich. Das gehört erhalten und deshalb dokumentiert.
Formulierungsbeispiele
Vom Themenfeld in den Maßnahmenplan
Aus der Beschreibung zu Herrn Z. folgt zum Beispiel:
- Kartons und losen Läufer im Flur ansprechen, Entfernung mit Einverständnis organisieren
- Glühbirne im Flur wechseln lassen, Nachtlicht auf dem Weg zur Toilette anregen
- Kühlschrankkontrolle wöchentlich, mit seinem Einverständnis
- Trauersituation im Blick behalten, Gesprächsangebot und Hinweis auf Beratungsstelle
- Prüfen, ob Leistungen zur häuslichen Unterstützung beantragt sind
Der vorletzte Punkt zeigt, wie eng dieses Themenfeld mit Themenfeld 5 verzahnt ist: Der unaufgeräumte Flur und der Tod der Ehefrau sind derselbe Vorgang.
Verbindung zur Risikomatrix
Der stärkste Bezug besteht zu Sturz: Die meisten Sturzursachen in der ambulanten Pflege stehen nicht im Menschen, sondern in der Wohnung. Über Vorräte, Kühlschrankinhalt und Zubereitung wirkt dieses Themenfeld außerdem auf Ernährung.
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Dokuna ansehenDie Formulierungsbeispiele auf dieser Seite sind Anregungen für die eigene Formulierung. Alle Namen und Angaben sind frei erfunden. Sie ersetzen keine pflegefachliche Einschätzung im Einzelfall: Was in der SIS steht, verantwortet die Pflegefachkraft des Pflegedienstes. Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr.